Gigabitförderung: BayGibitR oder Gigabit Bund?

04.08.2021

Die Arbeit im Bereich unserer Breitbandförderprojekte hält uns auf Trab. Wie erwartet ist die Gigabitförderung spürbar anspruchsvoller als die Breitbandförderung. Die hausgenaue und nutzungsabhängige Betrachtung ist richtig, hat aber auch viele Ecken und Kanten, die so nach und nach zum Vorschein kommen. Gebäude oder Bauplätze ohne Hausnummer werden von der Bayerischen Gigabitförderung erst einmal nicht berücksichtigt, können aber nachgemeldet bzw. nacherkundet werden. Natürlich muss hier erst mal eine Objekt-ID ("Offizielle Adresse") vergeben werden. Aber das nur am Rande.

Nun, seit 26.04.2021 gibt es mit der Gigabitrichtlinie des Bundes, nun gepaart mit der Ko-Finanzierung des Freistaates Bayern vom 01.08.2021, eine weitere attraktive Fördermöglichkeit für den Gigabitausbau.

Unsere klare Meinung:

Im Bayerischen Wirtschaftlichkeitslückenmodell begonnene Verfahren, im Regelfall sind die heute zwischen Ergebnis Markterkundung und Start Auswahlverfahren, sollten erst einmal fortgeführt werden. Insofern eine Förderquote von 90% erreicht wird, ist ja alles in Ordnung. Falls nicht, dann Schwenk auf die Bundesförderung Gigabit.

Im Bayerischen Betreibermodell begonnene Verfahren, können durchaus weiter vorangetrieben werden. Hier müssen wir aber besonders auf die erwarteten Ausbaukosten schauen. Aktuell lassen sich die Kosten pro Hausanschluss nur schwer prognostizieren. In unserem Piloten von 2019 lagen wir bei 5.800€ netto / Hausanschluss (inkl. Nebenkosten). Gehen wir von 8% Preissteigerung p.a. aus, wären das im Jahr 2022 bereits 7.300€ netto / Hausanschluss. Die Förderquote wäre damit bei "nur noch" 82%, es fehlen 570€ Förderung pro Anschluss. Im Durchschnitt haben wir 800 Gebäude pro Verfahren. D.h. wir lassen, wenn wir in so einem Fall den Weg der BayGibitR weiterverfolgen, 800 x 570€ = 456.000€ Fördermittel liegen. Um Baukosten zu ermitteln, muss die Gemeinde eine Planung und Ausschreibung durchführen. Die Kosten hierfür sind lt. Breitbandzentum förderfähig, aber nur wenn ein Förderantrag gestellt wird. ... Tiefer möchte ich hier nicht einsteigen.

Wir sprechen da mit unseren Kunden hier lieber mal persönlich drüber.

Alles in allem hat sich die Fördersituation mit der Bundesförderung inkl. Kofinanzierung durch den Freistaat Bayern verbessert. Die weiter steigenden Preise werden weitestgehend abgefedert. Komplizierter ist die Sachlage trotzdem geworden. Mehr Wahl, mehr Qual?

 

 

 

Gigabitausbau: Wirtschaftlichkeitslücken- oder Betreibermodell

24.05.2021

Seit 02.03.2021 hat die Gemeinde auch beim Bayerischen Förderprogramm die Qual der Wahl: Sollen die Fördermittel für den Bau ein eigenen Netzes eingesetzt oder zur Deckung der Wirtschaftlichkeitslücke eines Providers verwendet werden?

Hinweis: Zugrunde liegt immer ein von der Gemeinde hausgenau definiertes (vorläufiges), förderfähiges Erschließungsgebiet.

Das Wirtschaftlichkeitslückenmodell im Kurzportrait: Der Provider berechnet die Investionskosten und zieht seinen auf 7 Betriebsjahre prognostizierten Einnahmen-/Ausgaben-Überschuss ab. Die Kommune ersetzt die Lücke und erhält hierauf bis zu 90% Förderung. Der Provider wird Eigentümer des Netzes (privates Netz) mit allen Rechten und Pflichten.

Das Betreibermodell im Kurzportrait: Die Gemeinde plant und baut das Glasfasernetz selbst und verpachtet das fertige Netz an den Betreiber (der in den meisten Fällen auch der Provider ist). Die Gemeinde wird Eigentümer, die technische Verantwortung und den Betrieb übernimmt der Betreiber.

Pro Wirtschaftlichkeitslückenmodell: Grob betrachtet muss sich die Gemeinde nur um den Förderprozess und Kooperationsvertrag kümmern und das wars.

Pro Betreibermodell: Hier muss die Gemeinde vor Förderantrag einen Betreiber und einen Bauunternehmer finden und mit beiden Verträge vorbehaltich der Förderung schließen. Ohne starken Partner für Planung und Beratung kann das heute kaum eine Gemeinde leisten (aber dafür gibt es ja Dienstleister!). Der Lohn für den spürbar schwierigeren Weg ist das eigene Netz (kommunales Eigentum - digitale Ortsstraßen der Gemeinde), und die Sicherheit, dass dieses Fundament der Digitalisieurng in Öffentlicher Hand bleibt. Der Netzbetrieb unterscheidet sich kaum vom Wirtschaftlichkeitslückenmodell, denn der liegt in beiden Fällen beim Provider (Betreiber). Noch was Gutes: Die Pacht für dieses äußerst wartungsarme Netz mit seriös prognostizierter Lebensdauer 50 + X Jahre fließt jedes Jahr der Gemeinde zu.

Zusammenfassung und Meinung unseres Büros: Auf den ersten Blick wirkt das Wirtschaftlichkeitslückenmodell unschlagbar. Beim genaueren Hinsehen entpuppt sich das Betreibermodell als wertvolle Investition in die Zukunft. Die Hürde? Man muss sich halt getrauen. Umfassende Beratung / Information im Vorfeld ist hier unerlässlich.

 

 

Wir nehmen Fahrt auf - Kommen Sie an Bord!

24.05.2021

Seit 2003 kümmern wir uns Technik fürs Schnelle Internet, seit 2008 auch um die Breitbandförderung für Kommunen. Mit den Gigabitförderprogrammen des Freistaats Bayern und des Bundes können Städte und Gemeinden alle nicht gigabitfähigen Anschlüsse mit einer bis zu 90% Förderung mit Glasfaser ins Haus (FTTB) ausbauen.

Gestalten Sie mit uns die Zukunft in Ihrer Heimat. Steigen Sie in die Beratung und Planung gigabitfähiger Infrastrukturen mit ein. Wir mehrere interessante offene Stellen mit Entwicklungspotential rund um Breitband, Digitalisierung und Glasfaser.

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FTTH-Ausbau der Stadt Burgkunstadt

06.04.2021

Die Stadt Burgkunstadt hat einen weiteren Meilenstein beim Ausbau Schnelles Internet erreicht: Am Freitag, den 26.03.2021 konnte der "Höfebonus" in Betrieb genommen werden. Die hohe Anschlussquote zeigt, dass Burgkunstadt die Bedeutung der schnellen Anbindung an das weltweite Netz erkannt haben! Wir bedanken uns bei der Stadt für das Vertrauen, bei der Regierung für die unkomplizierte Abwicklung des Förderverfahrens, beim Freistaat für das attraktive Förderprogramm, beim Breitbandmanager der Region Coburg / Lichtenfels für das Lösen so manch kniffliger Punkte und zu guter Letzt bei der Telekom für den engagierten Ausbau mit Fertigstellung 9 Monate vor der Zeit! Lesen Sie hier weiter:

Obermain Tagblatt: 280 Haushalte direkt am Glasfasernetz